Schritt für Schritt

Mit der Gründung der auf Schloss Tonndorf eG und dem Erwerb von Schloss Tonndorf wurden die äusseren Voraussetzungen zum Aufbau einer tragfähigen Gemeinschaft geschaffen. Die Genossenschaft hat derzeit 31 erwachsene Mitglieder, von denen bereits 26 Erwachsene mit 16 Kindern auf dem Anwesen leben. Weitere Menschen sind in der Annäherung an das Projekt begriffen.
Um der Vielfalt der in der Satzung festgehaltenen, gemeinsamen Ziele eine tragfähige Grundlage zu geben, hat die Gemeinschaft einen Ensemble-Entwurf erarbeitet, der die weiteren Ausbauten auf dem Anwesen und die geplante Gestaltung der Freiräume enthält.

Arbeiten, die dafür bereits am denkmalgeschützten Schloss ausgeführt wurden, beinhalten u.a.: die Instandsetzung von Dächern und der Dachentwässerung; den Bau eines neuen Kamins und den Anschluss von ca. 20 Kaminöfen; die Aufarbeitung von Fenstern; die Instandsetzung der Wasserversorgung; den Bau einer Pflanzenkläranlage sowie Renovierungsarbeiten an den privaten Wohnräumen und an den von allen genutzten Gemeinschaftsräumen.

657 h130Workcamp 2006 660 h130Claus und Frederik 552 h130Stefan im Entsorgungsgraben 114 h130Neu gemauerter Schornstein
601 h130Thomas am Laptop 697 h130Pflanzenkläranlage 2006 697 h130Im August 2007

Parallel zu den Sanierungsarbeiten im Schloss wurden zwei Wohnungen im Landhaus und zwei weitere im Torhaus des Vorhofes renoviert und bezogen. Eine weitere Wohnung im Fachwerkhaus steht kurz vor der Fertigstellung. Die Sanierung einer weiteren Wohnung in diesem Haus soll in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden. Bisher wurden ca. 80% aller Baumassnahmen in Eigenleistung erbracht. Wir planen derzeit die Aufstockung der ehemaligen Klöppelei sowie die Errichtung von drei Wohngebäuden anstelle der sogenannten Liegehallen und damit die Schaffung von saniertem Wohnraum für ca. 25 weitere Erwachsene und deren Kinder. Für diese Arbeiten planen wir einen Eigenleistungsanteil von 10-20% der Baukosten.
Neben den Bauarbeiten sind viele Arbeiten für die Pflege und Bewirtschaftung der Freiräume - insbesondere der ausgedehnten Streuobstwiesen - ausgeführt worden.

So wurden erste Flächen für den ökologischen Gartenbau urbar gemacht, mehr als 120 neue Obstbäumen und zahlreiche Obststräucher gepflanzt, der vorhandene Baumbestand durch fachgerechten Schnitt gepflegt, Brennholz geworben, gespalten und zur Trocknung gelagert, die Streuobstwiesen und Magerrasenflächen schonend gemäht, das Obst der Bäume und Sträucher gemeinsam geerntet und weiterverarbeitet. Erste Schritte zur Selbstversorgung sind damit getan. Der Einkauf zusätzlich benötigter Nahrungsmittel erfolgt über den gemeinsamen Einkauf beim Bio-Grosshandel.

Das Zusammenleben am Platz ist von gegenseitigem Respekt für die Privatsphäre der Einzelnen aber auch von zahlreichen Möglichkeiten der Begegnung in den gemeinsamen Bereichen geprägt. Zu diesen zählen Räume für gemeinsames Kochen, Essen, Beraten, Musizieren und Meditieren, eine kleine, gemeinsame Bibliothek, ein Raum für das gemeinsame Spielen der Kinder, eine Kleiderkammer zum Austausch nicht mehr benötigter Kleidungsstücke, ein gemeinsames Baustofflager und eine Haus- und Hofwerkstatt. Geteilt werden sowohl Waschmaschinen, Küchen- und andere Haushaltsgeräte als auch gemeinsam zusammen getragene bzw. angeschaffte Werkzeuge und Maschinen für die Holz- und Metallbearbeitung, bzw. für die Selbsthilfe bei der Sanierung der Gebäude sowie der Freiflächen, zahlreiche gemeinschaftlich genutzte PKW sowie ein Traktor. Im Alltag zeigt es sich dabei, dass ein derartiges Teilen einerseits allen den Zugang zu einer grossen Bandbreite von Möglichkeiten eröffnet - es andererseits aber auch zu einem ressourcenschonenden Leben beiträgt. Kulturelle Veranstaltungen sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch für eine breitere Öffentlichkeit - etwa Lesungen, Konzerte, Film- und Theateraufführungen, Jahreskreis-Feste, Sonntags-Cafe-Angebote aller 14 Tage, die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals und in diesem Jahr erstmals ein Adventsmarkt (mit mehr als 2.000 BesucherInnen) wurden regelmässiger Bestandteil des Schlosslebens.

516_h130Sonntags-Cafè im Freien BrückeBrücke AtelierBesucher im Atelier 601 h130Advendsmarkt
BesuchergruppeBesuchergruppe bei einer Führung

Zunehmende Aufmerksamkeit und eine hohe Priorität in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit erhält die Schaffung von familiennahen Arbeitsbereichen vor Ort. Zu den bereits entstandenen zählen der ökologische Gartenbau, die Imkerei, eine Töpferwerkstatt, eine Näherei für Yogamatten, die Schlosskellerei in der Holundersekt gebraut wird, die Wildholzwerkstatt und die Gewerbeküche, für die Weiterverarbeitung von Obst und Gemüse und zugleich für das Betreiben eines vegetarischen, ökologischen Catering-Services.


© 2017 Gemeinschaft auf Schloss Tonndorf