Klimapavillon 20.09.2022 19:00

Äsagas.jpglteste der indigenen Kogi aus Kolumbien kommen im Rahmen ihrer Europatour nach Erfurt in den Klimapavillon und zu uns. Die Vereine lebendige Zukunft e.V. und für Schloss Tonndorf e.V. laden in den Klimapavillon ein: Eines der ältesten indigenen Völker der Welt stellt sich vor und regt zum Austausch über einen bewussten Umgang mit der Natur an.

 

Mamo Shibulata (bekannt aus dem Film ALUNA – Ein ökologischer Warnruf der Kogi), Saga Narcissa und Mamo Bernardo sind einer Einladung des Vereins Lebendige Zukunft e.V. gefolgt und werden am 20.09.2022 im Klimapavillon auf dem Petersberg mit Dr. Chris Freise von Thüringenforst und Tabea Heiligenstädt von der Zeitschrift OYA darüber sprechen, wie wir die universellen Lebensprinzipien mit unserer modernen Lebensweise verbinden können. Wie können wir diese Prinzipien z.B. in den Umgang mit unseren Wäldern in Thüringen einfließen lassen können, um sie zu heilen und zu regenerieren. Wie schaffen wir einen Paradigmenwechsel von einer toten Technik zu einer lebendigen Technik? Wie können wir hierarchisch organisierte Unternehmenskulturen in selbstorganisierte Unternehmen wandeln? Wie kreieren wir eine naturverbundene Gemeinschaft? Es ist eine einmalige Gelegenheit, direkt in Kontakt mit den Kogi zu kommen und ihnen Fragen zu stellen.

 

Die Kogi sind ein indigenes Volk aus der Sierra Nevada de Santa Marta. Die letzten Jahrhunderte haben sie zurückgezogen in den Bergen an der Karibikküste Kolumbiens gelebt und sich vor der Außenwelt verborgen. In den 80er Jahren, haben sie sich auf Grund des desolaten Zustands der Erde entschieden mit der Welt in Kontakt zu treten und erste Außenstehende zu ihnen gelassen.

Seitdem hat das Volk an Bekanntheit gewonnen, vor der UN gesprochen, den Dalai-Lama getroffen und Besuch von unserem derzeitigen Bundespräsidenten Steinmeier (damals Außenminister) in ihren Bergen erhalten. Seit 4000 Jahren leben sie dort im Gleichgewicht mit der Natur und habe eine sozial, emotional und ökologisch hoch entwickelte Kultur bewahrt. Bis heute leben sie trotz vielerlei Bedrohungen durch Drogenkartelle, Minengesellschaften und Tourismus ihre uralte Kultur und widmen sich ihrer Aufgabe: dem Erhalt und dem Schutz ihres Lebensraumes.

In einem Sommer, indem die Trockenheit in Europa deutlicher denn je um sich greift, stellt sich die immer dringlichere Frage, wie wir wirklich nachhaltig werden. Am 20. September können wir dies Menschen fragen, die seit Jahrtausenden eine nachhaltige und sogar regenerative Kultur leben und noch im 21. Jahrhundert bewahren.

Vier Älteste dieser gelebten Weisheits- und Nachhaltigkeitstradition der Kogi kommen in den Klimapavillon in Erfurt. In einer einmonatigen Begegnungsreise durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Schweden sprechen sie mit vielen Menschen über die unterschielichsten gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragen. Mit dem Erlös aus der Reise möchten die Vereine die Kogi bei ihrem Landrückkauf in Kolumbien unterstützen.

www.lebendigezukunft.org     https://lebendigezukunft.org/kogi-reise-stationen/

Die indigenen Kogi leben abgeschieden und mit einer tiefen universellen Verbindung zur Erde in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Abseits der modernen Welt konnten sie ihre Jahrtausende alte Kultur, ihre Sprache, ihr Handwerk bewahren. Die Kogi schauen seit einigen Jahren besorgt auf unsere Welt, in welcher das Ungleichgewicht zu einer Existenzfrage für die Menschheit geworden ist. Deshalb haben sie sich entschieden, mit uns in Kontakt zu treten. Sie wollen ihr umfangreiches Wissen mit uns teilen, um uns zu inspirieren, wie wir wieder in eine naturverbundene Lebensweise zurückkehren können.

Wer sind die Kogi?

Die indigenen Kogi leben autonom im Dschungel auf bis zu 5'500 m Höhe in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Sie leben in Einklang mit universellen Lebensprinzipien und im tiefen Wissen um die Genialität und Intelligenz der Natur. Abgeschieden von der modernen Welt vermochten sie ihre seit über 4000 Jahren existierende sozial und ökologisch hochentwickelte Kultur zu bewahren.

Sie leben als Zivilisation in Harmonie mit der Natur und der gesamten Mitwelt. Durch elaborierte Sozialprozesse und Gemeinschaftsstrukturen haben sie eine friedliche und von emotionaler Konfliktprävention geprägte Gesellschaft geschaffen. Die Kogi organisieren sich nicht mittels Machthierarchien, sondern orientieren sie sich an der natürlichen Ordnung des Lebens.

«Das, was ich vorgefunden habe (Anm.: bei den Kogi), ist eine Welt mit einer ausgesprochen kohärenten Philosophie, mit einer sehr hohen Moral und einer vielschichtigen sozialen und politischen Organisation, die sich auf bestens beherrschte Kenntnisse der Natur stützt. Ich habe beobachtet, dass es bei ihnen Entwicklungsstrategien gibt, die wir nicht einfach ignorieren dürfen, da sie uns sogar in vieler Hinsicht helfen können, unsere menschlichen Probleme zu lösen.» Eric Julien

 

Warum kommen die Kogi zu uns?

Die Kogi sehen sich als Hüter des Herzens der Erde. Das Gebirge, in welchem die Kogi wohnhaft sind, hat, aus dem Weltall betrachtet, die Form eines Herzens. Ihre Lebensweise ist darauf ausgerichtet, das Herz der Erde gesund zu erhalten, indem sie an heiligen Plätzen Rituale durchführen. Diese Orte sind energetisch mit anderen Punkten auf der Erde verbunden. Die Rituale der Kogi wirken sich somit auf den ganzen Planeten aus.

Die Kogi sind der Überzeugung, dass, wenn das Herz der Erde stirbt, der ganze Planet stirbt. Seit einigen Jahren stellen sie fest, dass es immer schwieriger wird, das Gleichgewicht zu halten, weil die ‘modernen’ Kulturen kontinuierlich das Gleichgewicht auf der Welt massiv stören. Das Schmelzen des ewigen Eises hat auch in der Sierra begonnen. Damit funktionieren die Wasserkreisläufe nicht mehr optimal. Der Regenwald beginnt zu vertrocknen. Das Herz der Erde ist krank geworden.

Weisheitshüter der Kogi wollen mit uns in Kontakt treten, um uns daran zu erinnern, wie wir zu einer natürlichen Lebensweise zurückfinden können. Gleichzeitig erheben sie den Anspruch, dass wir ihnen wirklich zuhören, dass wir sie ernst nehmen und dass wir unsere Lebensweise ändern wollen.

Kogikinder.jpg Was macht die Kogi für uns so wertvoll?

Überall auf der Welt werden ein Umdenken und ein Bewusstseinswandel gefordert. Wir verstehen, dass wir grundsätzlich anders vorgehen müssen, um als Gesellschaft oder Wirtschaft zukunftsfähig zu werden. Doch sind unsere Ansätze die richtigen? Gibt es bessere und nachhaltigere Lösungen?

Die aktuell thematisierte Förderung umweltverträglicher Unternehmen und Projekte ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber er ist weit von dem entfernt, was wir heute brauchen, um die Balance auf unserem Planeten wiederherzustellen.

Die Kogi verfügen über ein Wissen und ein Verständnis über die universellen Zusammenhänge, welches in unserer modernen Kultur nur noch fragmentarisch vorhanden ist. Sie sind für uns die vielleicht letzte Chance, wieder ins Begreifen der natürlichen Gesetzmässigkeiten zu kommen. Ihre Weisheit über die Genialität und Intelligenz der Natur lassen aufhorchen und zu Zukunftsvisionen inspirieren.

 

«Die Worte, welche die Kogi an uns richten, sind ein Auftrag an uns. Wenn wir uns darüber klar werden, dass wir an einer Weggabelung stehen, an welcher wir über Sein und Untergang der Menschheit entscheiden, dann können wir begreifen, wie wertvoll das Geschenk ist, das uns die Kogi anbieten, indem sie in den Dialog mit uns treten. Ihr tiefgründiges Wissen kann uns als Kompass dienen, aus unserem zerstörerischen Handeln in eine naturverbundene Lebensweise zurückzufinden. Noch haben wir die Chance, auf die kommenden grossen Veränderungen Einfluss zu nehmen.»
Anita Weber

Folgen unseres Handelns

Wir müssen uns der Folgen unseres Denkens und Handelns für uns und den Planeten Erde bewusst werden. Unser Anspruch, alles zu analysieren, bis ins kleinste Detail zu sezieren und mit unserem Verstand verstehen zu wollen, hat zu einer Trennung vom ganzheitlichen Verstehen geführt. Wir haben den Blick auf das grosse Ganze verloren. Diese Vorgehensweise ist im letzten Jahrtausend entstanden. Sie hat uns in eine Sackgasse geführt. Die heutige Zeitqualität erfordert, dass wir wieder ganzheitlich Denken. Das Verstehen von Gesamtzusammenhängen ermöglicht uns, Lösungen zu finden, welche sich an den genialen Erfindungen aus dem Pflanzenreich orientieren (bspw. Klettverschluss). Viele grosse Erfinder wie Leonardo da Vinci haben es uns vorgemacht.

Technik gehört zu unserer Kultur

Für die Kogi gehört Technik zu unserer Kultur. Doch wir haben uns für den falschen Weg entschieden. Wir haben eine umweltschädliche Technik entwickelt statt für eine umweltverträgliche gewählt. Wir haben uns für Monokultur entschieden, anstatt die Natur zu kopieren und das nebeneinander wachsen zu lassen, was zusammengehört.

«Früher hattet ihr noch ganz anderes Wissen darüber, wie man Dinge fliegen lässt,
ohne dabei alles kaputt zu machen oder Benzin verwenden zu müssen.
Aber ihr habt dieses Wissen vergessen.»
Mama Bernardo Mascote Zarabata


„Es gibt ein Prinzip, nach dem die Natur und auch wir Menschen geschaffen wurden.
Wenn wir Technologien erschaffen, müssen sie dem gleichen Prinzip folgen,
dann sind sie lebendig, sonst können sie sehr schädlich sein.“
Arregoces Coronado-Zarabata / Kogi

Immerwährende Gesetze

Wenn wir wieder begreifen, dass wir die immerwährenden Gesetze und Zyklen der Natur in unser tägliches Leben integrieren können, dann werden wir erkennen, dass wir lebendige Technik, lebendige Architektur, lebendige Unternehmenskulturen, harmonische Konsensgemeinschaften erschaffen können. Wir haben die Mittel dafür bereits geschaffen: Biomimetik, Baubiologie, Demeter-Anbauweise, hierarchielose Unternehmen, um nur einige wenige zu nennen. Dass es funktioniert, zeigen ausserordentlich erfolgreiche Projekte wie SEKEM in Ägypten, der Anima-Garten in Marokko, Green Belt Movement in Kenia, Buurzorg in den Niederlanden, die Village-Action in Finnland etc.

Die Zukunft, auch unserer Kinder, liegt in unserer Hand. Die Klarheit der Botschaften, die die Kogi an uns richten, lassen aufhorchen. Sie sagen uns nicht, wie wir etwas tun müssen. Aber sie reflektieren unser Verhalten und erklären uns, welche Folgen unser Handeln hat. Es ist an uns, Lösungen zu suchen und ins Tun zu kommen.

«Für uns sind Kinder sehr heilig, denn sie sind eine neue Welt.»
Arregoces Coronado Zarabata / Kogi

In den Dialog mit den Kogi gehen

Die Kogi übermitteln ihre Botschaften zur heutigen Welt mit einer erstaunlichen Klarheit. Sie teilen ihre tiefgründige Weisheit über verschiedene Lebensthemen mit uns: Welche Bedeutung haben für sie das Territorium und das Gesetz der Prinzipien des Lebens? Wie schaffen sie es, ein friedliches Sozialsystem zu kultivieren, welches über Jahrtausende Bestand hat? Worauf gründet ihr Leben in Balance und Harmonie? Wie können wir naturverträgliche, ganzheitliche Lösungen suchen?


Aktuelle Termine

So, 02.10.22 15:00 bis
So, 02.10.22 16:30
 Führung zum Projekt
Sa, 15.10.22 09:30 bis
Sa, 15.10.22 12:30
 Yogasamstag
Fr, 21.10.22 18:00 bis
So, 23.10.22 16:00
 Schnupperwochenende Gründungswissen
Fr, 28.10.22 14:00 bis
So, 30.10.22 14:00
 Eins mit der Natur – Reise nach innen
Fr, 28.10.22 18:00 bis
So, 30.10.22 15:00
 Pflanzenheilkunde: Atemwege, Immunsystem
Sa, 12.11.22 10:00 bis
Sa, 12.11.22 17:00
 Räucherpflanzen
Sa, 03.12.22 09:30 bis
Sa, 03.12.22 12:30
 Yogasamstag

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