Ackern mit Pferde-Stärke

In der Geschichte der Landwirtschaft haben Traktoren erst vor vergleichsweise kurzer Zeit die wichtige Rolle eingenommen, die sie heute haben.

Die Zeitspanne, in der Tiere die landwirtschaftliche Arbeit erleichterten, ist viel viel länger und reicht bis in die Anfänge des Ackerbaus zurück. Deshalb hiessen die ersten Traktoren auch "Diesel-Rösser".

Seit einigen Jahren nutzen wir Pferde in der Landwirtschaft. Mit ihnen können wir Holz rücken, ohne große Schneisen in den den Wald zu schlagen und den empfindlichen Boden mit schweren Erntemaschinen zu belasten. Auch unsere Kartoffel- und Getreideäcker sowie die Wiesen und Weiden bearbeiten wir mit dem Pferd. Die Hauptarbeit erledigt zur Zeit unsere Stute "Tosca".

Mit der Pferdearbeit wollen wir nicht nur eine alte Tradition am Leben erhalten, sondern lang bewährte Techniken für die Zukunft weiter entwickeln. Pferde ermöglichen es uns, sehr ressourcenschonend zu arbeiten und unseren wertvollen Ackerboden schonend zu behandeln. Zugtiere brauchen keinen Diesel in den Tank, sondern sind in der Lage, sich ihr eigenes Futter zu erwirtschaften! Durch ihr - im Gegensatz zum Traktor - geringes Gewicht verdichten sie den Boden nicht.

Um gut mit dem Pferd ackern zu können, müssen wir mit viel Ruhe und Konzentration an die Sache heran gehen. Das tut nicht nur den Tieren, sondern auch uns Menschen gut. Die Arbeit mit dem Pferden gehört deshalb zu unseren ausgesprochenen Lieblingsbeschäftigungen.

Wenn es allerdings möglichst schnell gehen soll und wie z.B. beim Heu machen viel Arbeit in sehr kurzer Zeit geschafft werden muss, sind wir weiterhin froh, auf unsere Diesel-Rösser "Henry" und "Xaver" zurückgreifen zu können.

 

 

Handwerklich hergestellte Produkte in Bio-Qualität

Die Milch unserer Kühe ist eine Besonderheit: sie ist reich an Fett und Eiweiss und enthält durch Weidegang und Heufütterung der Kühe viele wertvolle Inhaltstoffe. Einige Menschen vertragen die Milch unserer Kühe besser als konventionelle Milch aus dem Supermarkt. Ziel unserer Milchverarbeitung ist, die besondere Milchqualtät so naturbelassen wie möglich zu erhalten. Deshalb wir die Milch nicht homogenisiert und schonend pasteurisiert. Durch den Verzicht auf Homogenisierung verbleibt das Milchfett in seinem natürlichen Zustand und setzt sich in Form von Sahne oben auf der Milch ab. Auch unser handwerklich hergestellter stichfester Joghurt wird von einer feinen Sahneschicht gekrönt. Um die Haltbarkeit der Milch zu verlängern, wird sie pasteurisiert. Während H-Milch auf über 100°C erhitzt wird, wird unsere Schlossmilch für eine halbe Stunde auf 62°-64° Grad erhitzt. Dadurch bleibt der Geschmack viel besser erhalten.

Neben stichfestem Joghurt stellen wir auch Vollmilchquark her, der von Hand geschöpft und gerührt wird.

Zu den Café-Öffnungszeiten kann unsere Schlossmilch direkt ab Hof als Rohmilch bezogen werden. Bitte bringen Sie dazu eigene Flaschen mit und wenden sich an das Café-Personal.

Gemeinsam mit unseren Pferden bauen wir mehrere Sorten Kartoffeln an - festkochende, mehlige und rotschalige Sorten. Ab Mitte Juli gibt es in der Regel Frühkartoffeln bei uns. Von Oktober bis Dezember haben wir Lagerkartoffeln im Verkauf.

Unseren Hafer verarbeiten wir zu frisch gequetschten Haferflocken in Rohkostqualität.

Unser Getreide wird in der Claudermühle bei Weimar mit der Wasserkraft der Ilm zu unterschiedlichen Mehlen verarbeitet. Zur Zeit können wir Ihnen feinvermahlenes Roggenvollkornmehl anbieten.

Die männlichen Kälber ziehen wir zu Ochsen heran, die ausschliesslich im Freiland gehalten werden. Etwa zwei bis drei mal jährlich schlachten wir eines dieser Tiere. Wenn Sie Interesse an Fleisch von unseren Weide-Rindern haben, können Sie sich gerne auf unsere Kundenliste setzen lassen.

Unsere Produkte werden im schlosseigenen Catering-Service Menüett zu bio-vegetarischen Spezialiäten weiterverarbeitet.

Unsere Produkte können Sie samstags und sonntags von 11-17 Uhr im Schloss-Café erwerben. Dort bekommen Sie auch Kaffee mit der Milch unserer Kühe serviert und können frisch gebackenen Kuchen speisen, der soweit wie möglich aus eigenen Rohstoffen hergestellt wird.

Zweimal wöchentlich liefern wir unsere Produkte nach Tonndorf direkt vor die Haustür. Haben Sie Interesse? Dann freuen wir uns von Ihnen zu hören!

 

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Für viele Leute, die außerhalb der Landwirtschaft leben und arbeiten, klingt das, was wir machen, ganz einfach und selbstverständlich: ein Kalb, dass seine tägiche Milchration direkt aus dem Euter seiner eigenen Mutter trinkt und nicht mit Wasser angerühtes Milchpulver aus einem Tränkeeimer.

Tatsächlich gibt es das aber in der Milchkuhhaltung so gut wie nie. Die absolute Regel ist, dass Kälber von Milchkühen direkt nach der Geburt oder spätestens eine Woche danach von ihrer Mutter getrennt werden und entweder mit Milchaustauscher oder mit Vollmilch großgezogen werden.  

Für unser System der Muttergebundenen Kälberaufzucht müssen wir unseren Tieren viel Zeit und Beachtung schenken. Zusammen mit den Kühen und Kälbern haben wir gelernt, wie es am besten funktinioniert. Die Herausforderungen sind, dafür zu sorgen, dass das Kalb die richtige Menge Milch trinken kann (nicht zu viel und nicht zu wenig) und dass sich Mutter und Kalb daran gewöhnen, auch getrennt zu sein, damit der Abschiedsschmerz nicht zu groß ist, wenn das Kalb abgesetzt wird.

Gleich vom ersten Tag an fangen wir an, Mutter und Kalb für einige Zeit zu trennen - erst einige Stunden, dann einen halben Tag, dann langsam mehr. Zu den Melkzeiten kommt das Kalb ans Euter. Drei der vier Zitzen der Kuh werden mit der Melkmaschine gemolken - und an der vierten darf das Kalb nuckeln. Nach ungefähr zwei bis drei Wochen haben Kalb und Kuh nachts nur noch Sichtkontakt, ohne dass das Kalb trinken kann. Daran gewöhnen sich alle Beteiligten recht schnell. Unsere bisherige Erfahrung zeigt: die Kälber sind sehr gesund, wachsen schnell und fangen schon sehr früh an, neben der Milch Heu und Gemüsereste zu fressen, wie es auch ihre Mütter tun. Nach ungefähr dreieinhalb Monaten - das Kalb ist zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich groß und kräftig - werden Mutter und Kalb getrennt: das Kalb kommt zu den anderen älteren Kälbern und trocken stehenden Kühen, die Mutter bleibt bei den Milchkühen.

Es gibt eine Handvoll Betriebe in Deutschland, die muttergebundene Kälberaufzucht machen. Von diesen Betrieben haben wir uns inspirieren lassen. Einer dieser Betriebe ist das Hofgut Rengoldshausen am Bodensee, der vierzig Original Braunvieh Kühe mit Nachzucht hält, die gesamte Milch als Vorzugsmilch vermarktet und hat schon einige Jahre Erfahrung mit der muttergebundenen Kälberaufzucht. 

EIn Blick in natürliche Herden zeigt: Die Mutter hat nicht von Anfang an eine Bindung zu ihrem Kalb. Wird ein Kalb tot geboren, nehmen das die meisten Kühen verhältnismäßig gleichgültig hin. Das ist auch der Grund, warum die Trennung von Kuh und Kalb direkt nach der Geburt relativ problemlos funktioniert. Erst nach der Geburt wird durch die Lebenszeichen des Kalbs einerseits und das Lecken und Säugen und das typische brummende Muhen der Mutter andererseits die Prägung aufeinander ausgebildet. In der ersten Lebenswoche ruht das Kalb noch sehr viel und Mutter und Kind halten sich eher am Rande der Herde auf. Ab der zweiten Woche geht die Mutter mit dem Kalb zur Herde und frisst mit den anderen Kühen, während sie das Kalb der Kälbergruppe innerhalb der Herde anvertraut, die von einer Kuh oder einem Stier bewacht wird. Nach fünf Monaten fängt das Kalb an, mit den älteren Kühen zusammen zu weiden. Mit 8-9 Monaten setzt die Mutter ihr Kuhkalb ab, in dem sie es beim Trinken wegstößt. Bullenkälber werden von ihren Müttern erst mit 11-12 Monaten abgesetzt.

Ökologische Landwirtschaft – Standortangepasste Landwirtschaft

Die Hälfte der Fläche Deutschlands besteht aus Wiesen und Feldern, ist also landwirtschaftlich genutzt. Damit haben die Landwirtinnen und Landwirte eine besondere Verantwortung für die Gestaltung des Lebensraums für Menschen, Pflanzen und Tiere, für die Qualität von Bächen und Grundwasser, von Luft und Boden. Wir wollen auf unseren Flächen sowohl Lebensmittel herstellen als auch dafür sorgen, dass Bienen, Feldlerchen und Blütenpflanzen einen Lebensraum finden. Deshalb verwenden wir keine Spritzmittel, setzten auf Saatgutmischungen statt auf Monokulturen und deshalb finden wir auch Platz für einen Blühstreifen, in dem Insekten Futter finden und Menschen Blumensträuße pflücken können.

Seit 2018 sind wir Teil des Bundesweiten Netzwerks BienenBlütenReich und haben mehrere hundert Meter Blühstreifen an unseren Ackerrändern angelegt.

Wir wollen unsere Flächen auf eine Art und Weise bewirtschaften, die die Fruchtbarkeit langfristig erhält. Das bedeutet vor allem auch, den Humusgehalt unsere Äcker zu erhalten und bestenfalls sogar zu steigern. Das stellen wir mit einer Fruchtfolge sicher, in der viel Kleegras vorkommt, welches Nährstoffe und Wurzelmasse in den Boden bringt und ein ideales Futter für unsere Kühe ist.
Auch die Wiesen sollen so bewirtschaftet werden, dass sie sowohl Futter für die Kühe erbringen als auch ihre Artenvielfalt behalten.
Für diese Art der Bewirtschaftung erhalten wir eine Biozertifizierung.

Wir möchten allen Interessierten die Möglichkeit bieten, sich ein Bild von unseren Kühen, vom Melken, von der Milchverarbeitung und von bäuerlicher Landwirtschaft zu machen. Deshalb bieten wir an:

  • Betriebsführungen durch Käserei & Kuhstall mit Kuhquiz
  • Vorträge aus dem Bereich Landwirtschaft, Gentechnik, Muttergebundene Kälberaufzucht, Biologischer Landbau u.v.m.
  • Bauernhof zum Anfassen: wie wird aus einem Büschel Gras ein Glas Joghurt?

Optimal für Bildungsfahrten, Tagesausflüge, Schulausflüge u.v.m. Für Jung und Alt, für Schulklassen und alle, die was Neues lernen möchten. Besonders gerne zeigen wir unseren Betrieb Menschen, die selber in die Landwirtschaft einsteigen wollen. 

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an, um ein passendes Programm und Angebot für Sie zu entwickeln.

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